Finale des Europapokals der Pokalsieger 1965
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Das Finale des Europapokals der Pokalsieger 1965 fand am 19. Mai 1965 im Londoner Wembleystadion statt. Die Paarung lautete TSV 1860 München gegen West Ham United.
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Der Weg ins Finale
Auf dem Weg ins Finale schalteten die Löwen Union Luxemburg, den FC Porto, Legia Warschau und den AC Turin aus. Dabei gelten vor allem die Spiele gegen Turin als Klassiker der Löwengeschichte - wurde doch nach einer 0:2-Niederlage im Hinspiel durch ein 3:1 zu Hause im Grünwalder Stadion das legendäre Entscheidungsspiel in Zürich erzwungen - wo man mit 2:0 gewann und damit ins Finale einzog.
Im Vorfeld des Spiels
12.000 Löwenfans machten sich auf den Weg in die englische Hauptstadt, was nicht nur für die damaligen Verhältnisse sehr beeindruckend und respektabel war. Dennoch waren die Blauen Fans im Stadion klar in der Minderheit - hatte doch der Londoner Traditionsclub von West Ham quasi ein Heimspiel und den Heimvorteil auf seiner Seite. Trotz der Außenseiterrolle gaben sich die Löwen doch nicht kleinlaut - so ist beispielsweise überliefert, dass Meistertrainer Max Merkel sich im Vorfeld des Spiels erkundigte, wie groß denn der Pokal sei: Damit wir beim Feiern auch wissen, wieviel Sekt wir zum Reinschütten brauchen... Nicht ganz sicher war bei 1860 das Auflaufen des Flügelflitzers Fredie Heiß, der mit einer Oberschenkelverletzung zu kämpfen hatte. Unter großen Mühen und ausgiebiger Behandlung gelang es den Ärzten aber noch, ihn fürs Finale halbwegs fit zu bekommen - er lief mit dickem Verband auf; Auswechslungen waren damals noch nicht erlaubt, sodass er durchspielen musste.
Die Aufstellungen
TSV 1860: Petar Radenkovic - Manfred Wagner, Wilfried Kohlars - Otto Luttrop, Hans Reich, Stefan Bena - Alfred Heiß, Hennes Küppers, Rudi Brunnenmeier, Peter Grosser, Hans Rebele
West Ham: Jim Standen - Jack Burkett, Joe Kirkup - Bobby Moore, Ken Brown, Martin Peters - John Sissons, Brian Dear, Geoff Hurst, Ronnie Boyce, Alan Sealey
Ergebnis
Die Engländer gewannen durch zwei Tore von Alan Sealey (69. und 71. Minute) mit 2:0. Dies war der erste und bis heute einzige Triumph von West Ham United auf europäischer Ebene. Der Gewinn des Cup Winners' Cup ist also der größte Erfolg, den die Hammers vorweisen können.
Spielverlauf
West Ham legte mit immensem Tempo los und kam gleich zu großen und klaren Torgelegenheiten. Es war nur der starken Leistung von Torwartlegende Petar Radenkovic zu verdanken, dass es lange beim 0:0 blieb. So konnte der Jugoslawe gegen Dear, Hurst und Sealey das torlose Unentschieden bis in die Halbzeit retten. Nach der Halbzeit ging aber der Sturmlauf des Favoriten weiter und inn der 69. Minute wurde der Radi schließlich doch noch überwunden - einer seiner berühmten Ausflüge ins Spielfeld ging nach hinten los und Sealey konnte denn Ball im Löwentor unterbringen. Nur kurze Zeit später war es erneut Sealey, der traf und damit den Löwen das Genick brach.
Reaktionen der Presse
The Guardian: 1860 hat ein Team, auf das es stolz sein kann, das sehr wohl mit seiner Kraft und seinem schnellen und direkten Spiel für eine englische Mannschaft hätte gehalten werden können.
Daily Express: München, so tapfer es war, wurde letztlich durch ein Meisterstück taktischer Leistung bezwungen. ... Eins der besten Spiele, das je in Wembley stattfand.
Daily Mirror: Ganz Europa sah, was Fußball sein kann.
Siehe auch
Literatur
Geschichte eines Traditionsvereins - TSV München von 1860 e.V.
Legenden in Weiß und Blau - Hardy Grüne, Claus Melchior
