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Baryssau

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Der FC BATE Baryssau ist ein weißrussischer Fußballverein aus Baryssau.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Klub wurde 1973 unter dem Namen Berezina Baryssau gegründet. Er errang zu Sowjetzeiten 1974 und 1979 den regionalen Meistertitel, ehe er ab 1985 unterklassig spielen musste. Deswegen startete der Verein nach der Unabhängigkeit in der dritten weißrussischen Liga.

1993 nannte sich der Verein in Fomalgaut Baryssau um, in der Saison 1994/95 gelang der Aufstieg in die zweite Liga. 1996 gab sich der Club seinen heutigen Namen und 1997 qualifizierte er sich als Tabellenzweiter für die erste Liga.

In der ersten Saison im Oberhaus gelang auf Anhieb der zweite Platz und in der folgenden Saison wurde der Klub zum ersten Mal weißrussischer Meister, als er im gesamten Saisonverlauf nur eine Niederlage kassierte.

2002 qualifizierte sich BATE als Tabellenführer für das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft in dem der Tabellenzweite Neman Hrodna mit 1:0 nach Verlängerung besiegt wurde. Nach zwei Vizemeisterschaften und dem fünften Platz 2005 gewann der Klub 2006 sowohl Meisterschaft als auch den weißrussischen Pokal. Im Finale wurde Schachtjor Saligorsk mit 3:1 besiegt.


Bedeutung für die Löwen

Durch die weißrussische Meisterschaft 2002 durfte der Club im UI-Cup mitspielen. Das Heimspiel trugen die Löwen im Sechzgerstadion aus, das erste Pflichtspiel der erste Mannschaft dort seit dem 20. Juli 1996, der UI-Cup-Begegnung gegen Kamas Tschelny. Doch trotz großer Kulisse verloren die Löwen das Spiel am Sonntag, den 07. Juli 2002 mit 0:1.

Das Rückspiel wurde eine Woche später, am 14. Juli um 17:30 Uhr in Baryssau ausgetragen. Die Löwen blamierten sich bis auf die Knochen und verloren mit 4:0.


Erfolge

  • Weißrussische Meisterschaft: 1999, 2002, 2006
  • Weißrussischer Pokal:
    • Sieger: 2006
    • Finalist: 2002, 2005


Weblinks


Erlebnisbericht zur Auswärtsfahrt

Dieser Bericht wurde seinerzeit direkt nach der Fahrt verfasst und im loewenforum veröffentlicht. 

Nach den wochenlangen Vorbereitungen für dieses Spiel (Visum, Verbindungen, Gruppenticket, etc.) sollte die Fahrt für uns am Samstag den 13.03. morgens um 04:40 Uhr ab München HBF beginnen.

Aus diesem Grunde klingelte um 3:00 Uhr morgens bei mir der Wecker und 45 Minuten später das Taxi (in dem schon Thomas D. saß) dass uns zum Hauptbahnhof bringen sollte und dies auch ordentlich tat.

Dort lungerten neben den bekannten Gesichtern auch viele Techno-Jünger und – Schlampen herum die zur Loveparade wollten, leider hatten diese ihren eigenen Zug und fuhren nicht mit uns mit, wäre sicher lustig & niveauvoll geworden

Bei der Abfahrt bestand unsere Reisegruppe neben 24 Mann nur aus massigen Vorräten in fester und vor allem flüssiger Form, und nach einer kurzweiligen Fahrt mit umsteigen in Nürnberg erreichten wir – teilweise schon leicht angetrunken – Berlin, dort wartete schon Fanprojekt-Lothar auf uns, jener war schon einen Tag vorher angereist um unsere Visa in der weißrussischen Botschaft abzuholen.

Die 1,5 Stunden Wartezeit wurden verbracht mit dem nachkaufen vergessener oder bereits ausgegangener lebensnotwendiger Reiseutensilien (Bier, Socken, Kondome) und natürlich mit dem beobachten der Techno-Jünger. Wenn man sich das verhalten und die Kleidung dieser Spezies Mensch anschaut kommt man sich als Fußballfan, der per Zug nach Weißrussland fährt total normal vor ...

Auch diese Wartezeit verging dank der optischen Reize wie im Flug und so bestiegen wir in bester Laune den Zug nach Warschau, welches wir 5,5 Stunden später um kurz vor 19:00 Uhr erreichen sollten. Es wurde geratscht, gerauft (Chaoten: FPM – 1:0) und getrunken – alles ganz normal also – und reichlich alkoholisiert, z.T. demoliert (Feilchen für FPM-Lothar ) und ordentlichst kontrolliert (die betrunkenen, offensichtlich schwerst tätowierten Zugfahrer waren den polnischen Grenzern nicht Geheuer und wurden allen ernstes auf Drogen gefilzt) sollte Warschau für die nächsten 1,5 Stunden unser Aufenthaltsort sein...

Die Fraktion „Straßenstrichbeäuger“ stellte jedoch nach kürzester Zeit fest dass das dortige Angebot absolut widerlich war (wie eigentlich das ganze Bahnhofsviertel) und so war das größte Objekt der Begierde der im Bahnhof ansässige MC Donalds. Übrigens waren dort – wie am ganzen Bahnhof – ausschließlich Zloty erwünscht, nix Euro ....

Kurz nach 20:00 bestiegen wir dann den Nachtzug nach Minsk, der jeweils in 3er-Liegewagenabteile eingeteilt, ziemlich alt, typisch osteuropäisch aber trotzdem saugemütlich war.

Einige Löwen nützen die Liegen zeitlich ziemlich optimal aus, wir zogen es jedoch vor gekühltes, polnisches Bier zu trinken (hier wurden wieder Euro akzeptiert, 1 Bier = 1 Euro), Musik zu hören und zu singen, einige wollten extra wach bleiben bis der „Reifenwechsel“ stattfinden sollte...

Da mein Wahnehmungsvermögen auch schon „etwas“ getrübt war kann ich mich an die Prozedur nicht mehr so genau erinnern, auf jeden Fall waren wir Nachts gegen 02:00 Uhr an der polnisch/Weißrussischen Grenze und dort wurden in einer Halle die Waggons stückweise angehoben, das Fahrgestell nebst Rädern weggefahren und dann ein neues Fahrgestell (in Russland passen die europäischen nicht – und umgekehrt) reingefahren. Das ganze verursachte einen Höllenlärm und war für Thomas D. so interessant dass er es unbedingt von außen fotografieren musste.

Die Polen wollten ihn erst nicht rauslassen, aber nach einer kostspieligen Bestechung (1 Flasche Bier) war dies kein Problem mehr ....

So stand Thomas D. in der Halle und fotografierte, als plötzlich der Zug anfuhr und er wohl ziemlich dumm aus der Wäsche schaute. Allerdings fuhr er nur kurz aus der Halle um auf ein anderes Gleis zu fahren, so dass die wohl ätzendste Situation in seinem Leben (Nachts um 02:00 Uhr, nur mit kurzer Hose bekleidet, ohne Geld und Ausweis und Russischkenntnisse in einer Güterhalle) nicht lange dauerte....

So wurde auch diese Schrecksituation gemeistert und noch einmal ein paar Stunden Augenpflege betrieben...

Sonntag morgen um kurz vor acht wartete schon die Polizia in Minsk auf uns und steckte den ganzen Löwenmob kurzerhand in den nächsten Zug nach Borisow, ein verweilen in Minsk war nicht erwünscht.

Thomas D. und ich hatten jedoch keine Lust die 9 Stunden bis zum Spiel in diesem Kaff zu verbringen und so stiegen wir kurzerhand zu zweit an der nächsten Station aus und machten uns auf den Weg nach Minsk um die Hauptstadt etwas näher unter die Lupe zu nehmen.

Erst wurde das Stadion besichtigt welches einen Top-Eindruck machte, dann gingen wir zum mehrstöckigen Bahnhof um Geld zu wechseln – auch in Weißrußland wollen die Leute größtenteils nur ihre Währung haben, in seltenen Fällen Dollar – dazu später mehr.

So erkundeten wir die Hauptstadt und stellten fest dass diese wirklich (zumindest im Zentrum) in einem Top-Zustand ist – sie hat eine U-Bahn die an London erinnert (Zugangssystem etc. – eine Fahrt kostet 13 Pfennig), mehrere moderne Mc Donalds (diese sind mit ca. 4 Mark für ein Sparmenü jedoch sehr teuer – ein Weißrussischer Arbeiter verdient im Schnitt 50 – 60 Euro im Monat...), sehr breite Straßen, schöne Parks mit Lenin-Statuen, auffallend viele, sehr hübsche Frauen die zu 80% durchsichtige Kleidung tragen und ohne BH rumlaufen, sehr moderne Gebäude, etc. etc. etc.

Nur die Einwohner waren nicht ganz so freundlich, einer fragte uns ob wir Englisch können und wo wir herkommen, auf mein „Munich“-Antwortete er „Hail Victory“ – darauf zogen wir es vor zu verschwinden...

Während wir es also in Minsk sehr schön hatten wurden die anderen Löwen in Borisow von vielen Polizisten erwartet, „gebeten“ Geld zu tauschen (man durfte nie mit Dollar zahlen wenn die Polizei zuschaute) und mit einem Klapperbus zum Stadion gefahren, wo sie die Zeit bis zum Spiel (8 Stunden) verbringen sollten. Kein MC Donalds, keine Begrüßung, dafür gleich mal eine Rede an was man sich halten muss (nicht viel Alkohol trinken, kein Sex, kein Kontakt mit Einheimischen) und eine Bewachung/Abschirmung für die nächsten Stunden von vielen, teilweise verschieden uniformierten Einheiten (Polizei, Einsatzkommando, Geheimpolizei, etc.).

Wir hatten von der rumlatscherei in Minsk auch die Schnauze voll, trafen im Bahnhof zufälligerweise noch einen Löwen (Bani aus der Nähe von Passau, der war alleine mit dem Zug angereist) und irgendwie schafften wir es auch die Fahrkarte nach Borisow zu kaufen und trotz kyrillischer Schriftzeichen im richtigen Zug zu landen – teilweise durch unterstützung per Handy vom Laimerlöwen.

Jener wartete zusammen mit Freundin Petra (beide waren noch einen Tag früher angereist und wohnten bei russischen Verwandten) am Bahnhof auf uns und die russischen Verwandten schmissen kurzerhand ihre Frauen aus dem Auto um uns zum Stadion fahren zu können – sehr nett.

Borisow an sich war in einem deutlich schlechterem Zustand als Minsk, das Stadion mit seinen beiden Tribünen und der Anzeigetafel a la Sechzger, auf der sogar unser Name aufgemalt war machten jedoch einen guten Eindruck, und so wurden dann erst einmal in unserem Sektor die Fahnen aufgehängt, Souvenirs gekauft, Getränke konsumiert. Mittlerweile war auch die Autobesatzung aus Wuppertal angekommen und Franz Hell, der mit dem Flugzeug über Minsk angereist war, so dass sich zum Anpfiff 34 Löwen im Stadion befanden – für ein Spiel im UI-Cup eine wohl recht ordentliche Zahl...

Der anfänglich gute Support unsererseits lies mit dem Spielverlauf nach, um dann in voller Pracht wieder im Galgenhumor zu erblühen. Obwohl die Leistung unserer Mannschaft eigentlich zum weinen und nur beschämend war hatten wir jede Menge zum lachen....

Nach dem Spiel kamen ein paar Spieler zum Zaun um in der Kabine zu verschwinden, um 5 Minuten später (Nach Aufforderung durch Buch Oliver) ziemlich komplett am Zaun zu erscheinen und mit den Fans 15 Minuten zu reden, Zitate gefällig: „Wir haben´s nicht absichtlich gemacht“, „das war Scheiße“, „wir sind erst 2 Wochen im Training“, „tut uns leid für euch“, etc..

Auf jeden Fall kamen teilweise ganz gute Gespräche zustande und zum Schluss posierten Spieler und Fans gemeinsam vor dem kyrillischen 1860-Schild aus der Anzeigetafel für ein Abschiedsfoto.

So dann wurden wir in den Polizeibus verfrachtet und zum Bahnhof gebracht, dort wurde dann wieder darauf geschaut dass es keinen Kontakt zwischen Einheimischen und Deutschen gab (wie auch davor in der Kneipe, als russische Mädels die mit Löwen redeten von der Polizei aufgefordert wurden zu gehen), genau wie im Zug nach Minsk, Russen die sich mit uns unterhalten wollten wurden von den Polizisten zurechtgewiesen, teilweise mit körperlichem Einsatz.

Ein Teil der Zugfahrer beschloss in Zukunft den FC Wacker zu supporten und dichtete jede Menge Lieder, Schlager und Klassiker auf die Blausterne um, war zwar schwachsinnig, aber hochgradig lustig... Auch so manches bayrisches Gstanzl erfüllte das Ohr der Russen mit Freude, zum Glück konnten sie nicht alles verstehen...

In Minsk passierte dann die Katastrophe: Durch fehlende richtige Verständigungsmöglichkeiten hatten wir für 2 verschiedene Züge Plätze reserviert, was wir aber bis dato – kyrillisch sei dank – noch nicht gemerkt hatten und einen der Züge einfach – obwohl wir anwesend waren – fahren ließen.

Für den anderen Zug hatten wir dann nicht genug reservierte Plätze, und bei den Russen sind diese ein Muss, so war gerade die Hälfte der Löwen im Zug als dieser Plötzlich anfuhr.

So war bei uns im Waggon die Alexandra, während ihr Freund Mirko noch auf dem Bahnsteig stand, mit ihrem Ausweis und Fahrkarte in der Tasche, und um nicht ohne alles in Weißrussland zu stehen zog sie – vor der Schaffnerin – die Notbremse.

Daraufhin öffnete die Schaffnerin die Tür des noch rollenden Zuges und schmiss die Alex in hohem Bogen auf das Gleis -, wobei bis auf ein paar Schürfwunden und Löcher jedoch nichts passiert ist, das hätte auch anders ausgehen können...

Die jetzt anrückende Polizia verhinderte, dass wir aussteigen konnten und lies die anderen nicht einsteigen, also fuhren wir mit einem guten Dutzend vor bis an den Grenzübergang „Brest“, wo wir mangels Ticket und Gruppenvisum (war bei den anderen) nach 4 Stunden Fahrt noch einmal läppische 4 Stunden warten mussten....

Auch dann gab es bei der ausreiße wieder übelste Schikanen gegen uns Deutsche, eine genaue Aufzählung spare ich mir, bin aber auf jeden Fall froh dass wir trotz allem ruhig geblieben sind – sonst müssten wir jetzt wohl im örtlichen Steinbruch arbeiten...

Von Brest (Weißrußland) fuhren wir dann mit einer Art Pendelzug nach Terespol (Polen), die Fahrt dauerte 5 Minuten, die anschließende Grenzkontrolle noch einmal ewig, dabei wurde von den Weißrussen nach Polen total offensichtlich massig Alkohol und Zigaretten geschmuggelt – aber mit einer extra Flasche Wodka für die Zöllner in die extra bereit gestellte Tasche war das gar kein Problem – Hauptsache wir mussten die Rucksäcke aufmachen und unsere stinkende Wäsche präsentieren...

In den noch einmal über 2 Stunden Wartezeit für den Anschlusszug nach Warschau setzte ich noch einmal Himmel und Hölle in Bewegung um eine Möglichkeit zu finden am nächsten Tag rechtzeitig bei meiner Klausur zu sein, aber selbst mit dem Flugzeug wäre das nicht mehr möglich gewesen – den netten weißrussischen Polizisten sei noch einmal gedankt für die 10 Stunden die sie uns gekostet haben....

Mir blieb mit der Gewissheit eine 6 wegen „Nichterscheinens“ zu bekommen nur noch die Flucht in den Alkohol, wenigstens das war bei Bierpreisen von 1,50 DM für die halbe Bier im dortigen Biergarten kein Problem....

Die Fahrt von Terespol nach Warschau war dann schon richtig lustig und teilweise niveaulos, Einzelheiten erspare ich dem sonst möglicherweise angewidertem Leser...

In Warschau hatten wir noch einmal 1,5 Stunden Aufenthalt die zum Bier nachkaufen genutzt wurden, dann fuhren wir wieder unsere 6 Stunden nach Berlin um dort noch glücklicherweise den Nachtzug nach München zu erwischen, der uns um 09:15 Uhr nach ziemlich genau 77 Stunden Abwesenheit wieder ausspuckte.

Knappe 15 Leute schauten jetzt noch zum Trainingsgelände um der Mannschaft zu zeigen „Hallo, während ihr schon wieder einen Tag daheim seit, trainiert, geduscht, ordentlich gegessen, geschlafen und gevögelt habt sind wir jetzt erst angekommen“, woraufhin die Mannschaft als kleine Wiedergutmachung Essen + Getränke soviel wir wollten für die Zugfahrer im Löwenstüberl zahlte.

Dort gaben dann einige noch bereitwillig Infos an Nuggis, Griss und Mayer ab, auch Olaf Bodden war anwesend, und nachdem wir noch für ein Photo posierten und durchschnittlich 4 Weißwürscht und 2 Brezn konsumiert hatten ging es endlich nach Hause unter die Dusche....

Mit diesem Bericht endet dann jetzt die Fahrt, jetzt geht´s endlich ins Bett. Eventuelle Rechtschreibfehler bitte ich mit etwas wenig Schlaf zu entschuldigen.....

Auswärts International immer dabei,

der Olchinger

der trotz allem findet dass es eine kurzweilige, nicht wirklich anstrengende Fahrt war, da war schon manches Hamburg-Wochenende schlimmer.....